Pittler

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Adresse

Pittlerstraße 6
Langen

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Info

  • 1889 wurde die Gesellschaft gegründet.
  • 1895 firmierte sie als Leipziger Werkzeugmaschinenfabrik vorm. W. von Pittler AG und hatte den Sitz in Leipzig-Wahren.
  • 1929 >>> Hauptaktionär Paul Rohde, Montanindustrieller <<<
  • 1939 Jubiläumsfeier 50 Jahre Pittler.
  • 1940 ca.7000 Mitarbeiter beschäftigt.

  • 1948 wurde der Sitz nach Langen verlegt, nachdem dort bereits der Nassovia-Pittler-Dienst eingerichtet war und wesentliche
    Know-How-Träger in den Westen gewandert waren. >>> Großaktionär Deutsche und Dresdner Bank <<<
    Die Pittlerstraße wurde nach der Maschinenfabrik benannt.
  • 1950 wurde mit der Produktion in Langen begonnen.
  • 1964 Jubiläum 75 Jahre Pittler.
  • 1971 ca.1800 Mitarbeiter in Langen beschäftigt.
  • 1978 Tod Dr.-Ing. Dr.-Ing. h.c. Wilhelm Fehse.
  • 1982 Übernahme durch die >>> Gildemeister AG <<< (DMG Mori Aktiengesellschaft).
    Teil-Geländeverkauf für Wohnungsbau und Firmenansiedlung (u.a. Kraftverkehr Nagel GmbH & Co. KG und Gebäudekomplex „Steubenpark“ in Langen).
  • 1985 Übernahme durch die >>> Rothenberger Gruppe <<< und Weidemann & Partner Beteiligungsgesellschaft mbH (Weidemann OHG - Hannover).
    Das Hochhaus wird an das Unternehmen AMP vermietet.
  • 1986 Gründung der Pittler Lehrwerkstätten GmbH (Pittler Pro Region).
  • 1988 ca. 550 Mitarbeiter bei der Pittler GmbH beschäftigt.
  • 1989 Jubiläumsfeier 100 Jahre Pittler.
  • 1993 Gründung der Grundstücksgesellschaft Pittlerstraße GbR.
    Das Firmengelände wird mit den zum Pittler AG Konzern gehörigen Unternehmen Diskus Werke und Naxos-Union genutzt.

  • 1994

Bericht DER SPIEGEL / 31.10.1994 / Unternehmen in letzter Minute

Die Arbeiter warten auf Lohn, die Banken geben kein Geld mehr. Zerbricht die Werkzeugmaschinenbau-Gruppe Rothenberger? Die Auftragsbücher sind gut gefüllt, trotzdem ist die Kasse leer. Die Fritz Werner AG, so ein leitender Manager, "leidet unter dem Rothenberger-Syndrom". Seit vier Jahren gehört der ehemalige Bundesbetrieb, der Spezialmaschinen für den Werkzeugbau herstellt, zum Imperium der Gebrüder Rothenberger, der größten Unternehmensgruppe im deutschen Werkzeugmaschinenbau. Doch nun droht einigen der rund zwei Dutzend Firmen (Gesamtumsatz: etwa zwei Milliarden Mark) das Aus, möglicherweise der ganzen verschachtelten Gruppe. Rezession, Mißmanagement und fehlende Liquidität gefährden Tausende von Arbeitsplätzen. Die Banken, irritiert durch zweifelhaftes Geschäftsgebaren der Brüder, wollen finanzschwachen Betrieben kein Geld mehr geben. Die Brüder Karl, 56, Günter, 54, Helmut, 44, und Bernd, 37, hatten vor 20 Jahren von Vater Edwin die Rothenberger GmbH im hessischen Kelkheim übernommen. Als die Erben den Familienbetrieb (Umsatz: 18 Millionen Mark) hochgefahren hatten, kam ihnen, so der Clan-Stratege Günter, genannt Güro, "die Vision von einem europäischen Maschinenbaukonzern". Seit Mitte der achtziger Jahre kauft das Quartett mittelständische, meist notleidende Maschinenbauer auf. Die Neuerwerbungen, darunter so traditionsreiche Namen wie PITTLER oder NAXOS-UNION in Frankfurt, landeten jeweils in einer der zehn Rothenbergerschen Aktiengesellschaften. An diesen AG hält keiner der Brüder mehr als 25 Prozent. So brauchen interne Verflechtungen nicht offengelegt zu werden, zudem soll eine mögliche Konzernhaftung ausgeschlossen sein. Daß die Banken solchen Konstruktionen nicht trauen, war den in der Branche unbeliebten Brüdern gleichgültig. Nach der Wende kauften sie innerhalb weniger Monate rund 15 Treuhand-Firmen und bekamen reichlich Geld von der Privatisierungsbehörde. Doch dann brach die Konjunktur im Maschinenbau ein. Die Betriebe in Ost und West machten riesige Verluste, sie brauchten Geld von den Banken. "Wenn es um Kredite geht", sagt Helmut Hammer, Vorstand von Fritz Werner, "ist unser Gesellschafter nicht unbedingt ein Vorteil." Das bekam er zu spüren, als im Sommer die Liquiditätsprobleme seines Unternehmens offenkundig wurden. Seine Hausbank, die Berliner Bank, wollte nur einen Überbrückungskredit gewähren, wenn die Rothenbergers fünf Millionen Mark zuschössen. Erst in letzter Minute, als schon offen über einen Konkurs spekuliert wurde, gab "Güro", Aufsichtsrat bei Fritz Werner, nach und sagte die vergleichsweise bescheidene Summe zu. Offenbar pokerten die Brüder aus Sorge, ihr eigenes Geld nicht wiederzusehen. Knapp bei Kasse können sie kaum sein, schließlich hatten sie erst vor wenigen Monaten Anteile an anderen Unternehmen für rund 300 Millionen Mark verkauft. Ihr gutes Leben läßt sich die Familie ohnehin nicht durch schlechtgehende Betriebe vermiesen. So kaufte Günter Rothenberger für seinen dressurreitenden Sohn Sven, der nach einem Streit seines Papas mit deutschen Reiterfunktionären für Holland startet, das berühmte Vollblutgestüt Erlenhof bei Bad Homburg zum geschätzten Preis von zwölf Millionen Mark. Kurz zuvor hatten die Gläubiger der Rothenbergerschen Naxos AG bei einem Vergleich der fast bankrotten Firma rund 26 Millionen Mark verloren. Und kurz nach dem Gestütskauf mußten mehrere Banken zur Rettung der PITTLER AG Forderungen in Höhe von über 15 Millionen Mark abschreiben. Zudem forderte "Güro" von den Beschäftigten, künftig bei gleichem Lohn 40 statt 36 Stunden zu arbeiten. Überstunden will er auch nicht extra honorieren. Die sollen in ruhigen Tagen abgefeiert werden. "Sie leben schließlich von meinem Geld", erklärte er den verdutzten Betriebsräten. Was macht es da schon, daß die Arbeiter von Naxos mitunter monatelang auf ihre Löhne warten. Noch unbekümmerter können die Rothenbergers in ihren Ost-Betrieben auftreten. Bei den Verkäufen wurde die Treuhand offenbar ausgetrickst. So durften die Brüder mit ihrem Partner Volker Wagner, der ebenfalls eine Firmengruppe dirigiert, in fast allen Fällen den Immobilienbesitz vom Rest der Firma trennen. Geht ein Unternehmen pleite, bleiben die Grundstücke unbeschadet im Besitz der Grundstücksgesellschaft. Gerade 25 Millionen Mark zahlten die Rothenbergers und ihr Verbündeter für ihre Firmen in Ostdeutschland. Dafür bekamen sie die Betriebe mitsamt Grundstücken von rund 1,1 Millionen Quadratmeter Größe und als Dreingabe eine Entschuldung plus Anschubfinanzierung in Höhe von insgesamt gut 360 Millionen Mark. Obwohl Investitions- und Arbeitsplatzzusagen nach Ansicht der Treuhand oft nicht eingehalten werden, scheut sie sich, die fälligen Vertragsstrafen in Millionenhöhe geltend zu machen. Sie will offenbar nicht die Pleite von Firmen riskieren. Das Geschäftsgebaren der Rothenbergers, sagt der für Vertragsmanagement zuständige Treuhand-Direktor Rüdiger Zinken, sei bislang kein "Fall für den Staatsanwalt". Aber "es wird geprüft". Die Ostbetriebe, die unter dem Dach der Managementholding Autania AG zusammengefaßt sind, können wohl nur mit einem neuen Partner überleben. "Ich brauche 80 Millionen", sagt Autania-Vorstand Wolfgang Mellinghoff, "damit könnte ich den Schatz heben."

  • 1997 ging der Konzern Pittler AG - Holding mit über 1600 MA und die Pittler GmbH mit ca. 300 MA in Konkurs.

    Das Gelände wird von einem Bankenkonsortium verwaltet.

  • 1997 Neugründung der PCC Pittler GmbH mit ca. 100 MA durch die amerikanische Firmengruppe >>> Precision Castparts Corporation (PCC) Portland/Oregon <<<
  • 2001 Verkauf des Unternehmens an die Investoren >>> Udo Oppermann und Dr. Mirko Kovats <<<
    Umfirmierung in Pittler Werkzeugmaschinen GmbH. Die Firma ging erneut in Konkurs.

  • 2002 Neugründung der Pittler T&S GmbH durch die >>> Innoselect AG - Karlsruher Venture-Capital-AG <<<
    Übernahme durch die >>> Diskus Werke AG <<< (DVS Technologie Group) - Mehrheitsteilhaber >>> Rothenberger Gruppe <<< - (Rothenberger 4xS Vermögensverwaltung GmbH).

    Ein Bankenkonsortium verkauft das Gelände an die Südpark EntwicklungsgeselIschaft mbH, Dreieich.

  • 2005 wurde in Langen abgerissen und der Sitz der Pittler T&S GmbH nach Dietzenbach verlegt.
    ( Info: * 2014 - ca. 80 Mitarbeiter beschäftigt. * 2016 - Pittler ist in definierten Marktnischen des Sondermaschinenbaus tätig.
    Die DVS-Group errichtet einen Neubau (Produktions- und Verwaltungsgebäude) an der Johannes-Gutenberg-Straße 1 für die Firmen:
    Pittler T&S GmbH und Diskus Werke Schleiftechnik GmbH. * 2018 - am Standort sind jetzt ca. 200 MA beschäftigt )



  • 2008 die Pittler Aktiengesellschaft - Holding, die sich seit 1997 noch immer im Konkursverfahren befand, wurde wieder revitalisiert.
    Ein Vergleich konnte jetzt erst für die (AG) durchgeführt werden.

  • 2009 Die KIZ GmbH aus Bad Soden-Salmünster erwirbt die Hälfte des Geländes.

  • 2012 wurde die Fortsetzung, der börsennotierten Pittler AG Holding mit Sitz in Langen bei Frankfurt am Main beschlossen,
    (die über hohe steuerlich nutzbare Verlustvorträge verfügte) und die Geschäftstätigkeit wieder aufgenommen.
    >>> Mehrheitsteilhaber Rothenberger Gruppe <<< - (Günter Rothenberger Beteiligungen GmbH) und Weidemann OHG/Hannover.

  • 2013 wurde das Hochhaus und das Pförtnerhaus in Langen abgerissen.
    Die Projektentwicklungs-Tochter Unit GmbH der KIZ GmbH wird mit dem Großprojekt: "Fachmarktzentrum Langen" beauftragt.

  • 2014 beteiligte sich die Pittler AG an verschiedenen Werkzeugbauunternehmen, darunter ein neu gegründetes Joint Venture mit der Diskus Werke AG.
    Der zweite Geschäftsbericht (nach 2013) der Pittler AG - Holding wird veröffentlicht. Jubiläum 125 Jahre Pittler.

  • 2015 die Pittler AG konnte ihren Restrukturierungskurs und Konzernaufbau fortsetzen.
  • 2016 im Pittler-Konzern sind 66 Mitarbeiter beschäftigt.


Galerie 1889 bis 1945 - Leipzig, die Zeit vor Langen


Genußscheine

1991 Pittler Genuss-schein 1000 DM.jpg

1989 bis 1991 von der Pittler GmbH (verwaltetet und bilanziert in der Pittler AG) an einzelne Mitarbeiter ausgegeben.
Genußscheinausgabe 1991 (Rarität) <100.

Galerie 1948 bis 06.1997 - Langen

Galerie 07.1997 bis 03.2005 – Langen, die Zeit der PCC Pittler,
der Pittler Werkzeugmaschinen und der Pittler T&S

Galerie 19.5.2005 - Kurz vor Abriss

Galerie 26.8.2005 - Kurz nach Abriss

Galerie 2008

Galerie 2013 Abriss Hochhaus

Galerie 2013 Abriss Pförtnerhäuschen

Galerie 04.2005 bis heute – Dietzenbach, die Zeit nach Langen - der Pittler T&S

Galerie 2013 bis heute – Langen, die Zeit der Pittler Maschinenfabrik AG – Holding,
nach der Revitalisierung und Reststrukturierung (Turnaround)

Siehe auch